…So oder so ähnlich lautet eine buddistische Weisheit, die mir eine Chorfreundin mit auf den Weg nach Bolivien gegeben hat. Bei meinem letzten Bericht habe ich über meine Beschwerden gejammert, die ich dann tatsächlich nicht ohne die Konsultation eines netten, alten Hals-Nasen-Ohrenarztes loswerden konnte. Ich konnte mich auch wirklich nicht mehr auf den Beinen halten, mußte Antibiotika nehmen und habe tagelang nur geschlafen. Das konnte ich zum Glück bei meiner Familie in Achumani, dort hatte ich Ruhe und es war auch nicht so kalt wie hier oben im Projekt. Aber die Krankheit hat auch ein wenig auf mein Gemüt geschlagen, ich mochte gar nicht mehr hier sein , sondern wollte nur nach Hause. Mal sehen, wie ich das für mich wieder in den Griff bekomme. Für das Leben im Projekt muss man gesund sein. Vielleicht ist ein Jahr El Alto für uns Europäer wirklich nicht durchzuhalten. Vamos a ver…
Hier tobte vier Tage lang der Karneval, dafür gibt es sogar zwei freie Tage. Auf den Strassen wird getanzt, getrunken, man wird immerzu mit Wasserpistolen oder mit Wasser gefüllten Plastesäckchen beschmissen. Die Tänze in schönen Kostümen sind sehenswert, aber man muss wohl schon aus dem Rheinland sein, um diesen Trubel zu mögen.
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