Zentral- und Landesbibliothek Berlin

28 November 2007

Der Besuch geht zu Ende

Abgelegt unter: Leser schreiben für Leser — esperanza @ 8:41

Nach dem Erlebnis Todos Santos gab es noch ein Ereignis der besonderen Art: Naitita. Am 8. November wird dieses Fest auf dem größten Friedhof in La Paz von den Indigenas gefeiert, für uns ein sehr ungewöhnliches Schauspiel. Die Menschen bringen die Totenschädel ihrer verstorbenen Angehörigen, die sie in Glaskästen aufbewahrt haben, blumengeschmückt auf den Friedhof. Wie sie zu den Schädeln gekommen sind, konnte ich nicht herausfinden. Die Indigenafrauen sitzen auf Bänken oder auf der Erde, haben vor sich diese Schädel, die sie mit Zigaretten füttern, andere kommen vorbei, bekränzen die Schädel mit Hortensienblüten und bekommen Cola (wahrscheinlich mit Alkohol) angeboten. Auch vor den Gräbern sitzen die Familien mit diesen Schädeln und es wird viel gegessen, getrunken und geraucht. (Sonst habe ich nie eine Indigenafrau rauchen sehen.) Überall spielen kleinere oder größere Kapellen, es ist ein unglaubliches Gewimmel. Vor der Friedhofskirche warten viele, um zu einem Gottesdienst zu gehen, bei dem die Schädel gesegnet werden sollen. Ich erinnere mich, dass ich gelesen habe, dass die katholische Kirche diesem Brauch mit zwiespältigen Gefühlen gegenübersteht, aber ihn akzeptiert. (weiterlesen…)

6 November 2007

Bericht aus Luz de Esperanza

Abgelegt unter: Leser schreiben für Leser — esperanza @ 8:48

Manche Sachen wiederholen sich und sind dann doch wieder ganz anders. So hatten wir wieder mal kein Gas zum Kochen (in einem Land, das Gas exportiert) und ich war für das Abendbrot, das ja immer einwarmes Essen ist, verantwortlich. Ich habe den Jungs gesagt, sie müssten mir schon helfen, ich wüsste auch nicht, wie ich ohne Gas kochen sollte. Da haben sie mit großer Geschwindigkeit draußen einen Herd gebaut – eine Blechplatte auf zwei Steinen und mit Holzabfällen vom Bau beheizt, dort haben wir dann die Kartoffeln gekocht und in einem anderen Topf rote Bete und Möhren, weil es einen russischen Salat mit viel Mayonnaise geben sollte, dazu ein Würstchen und ein gekochtes Ei für jeden- das hatten sie sich gewünscht. Es war richtige Lagerfeuerromantik- oder vielleicht sollte man sagen, wie sie es von ihrem Leben auf der Straße kannten. Und die Musik durfte nicht fehlen, ich habe also den CD-Player rausgebracht, Verlängerungsschnüre, laute Musik – sie können alle Texte mitsingen- und alles war richtig schön. Sie haben sich auch auf einer Pfanne die Innereien eines Lammes, das Montana, der Boxerhund, gerissen hat, gebraten. Ich bin immer wieder überrascht, was diese Jungs alles können, sie haben das Lamm ganz perfekt zerteilt und das Fleisch eingefroren.. Es wird alles verwertet. (weiterlesen…)

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